Pressemitteilung
Zuckersteuer 2028: Mittelständischer Bio-Getränkehersteller fordert Schließung zweier Konstruktionsfehler
Frankfurt am Main
14.07.2026
TeeFee
Die im Rahmen der GKV-Reform für den 1. Januar 2028 beschlossene Zuckersteuer auf zuckergesüßte Getränke birgt nach Auffassung von Marco Rühl, Geschäftsführer der la marchante GmbH aus Frankfurt zwei strukturelle Konstruktionsfehler, die ihre gesundheitspolitische Wirkung um geschätzt 40 bis 60 Prozent reduzieren würden. In einem heute veröffentlichten Positionspapier fordert das Unternehmen, das mit den Marken TeeFee und ZISCH ausschließlich zucker-, kalorien- und süßstofffreie Bio-Getränke produziert, sieben konkrete Nachbesserungen am vorliegenden Referentenentwurf.
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la marchante GmbH veröffentlicht Positionspapier mit sieben Nachbesserungsforderungen | Fokus auf Fruchtsaft-Lücke und Süßstoff-Falle
Im Zentrum der Kritik stehen die vollständige Befreiung reiner Fruchtsäfte und Fruchtnektare sowie die Befreiung süßstoffhaltiger Getränke. Beide Ausnahmen sind nach Auffassung der Geschäftsführung wissenschaftlich nicht haltbar und öffnen Industriellobbyisten gezielte Schlupflöcher zur Umgehung der Lenkungswirkung.
„Eine Steuer, die Apfelsaftschorle befreit und Süßstoffe in Kindergetränken erlaubt, ist kein gesundheitspolitisches Instrument. Sie ist ein Schlupfloch mit Etikett. Das parlamentarische Verfahren der nächsten Monate entscheidet, ob aus dieser historischen Chance ein historischer Fehler wird.“
Marco Rühl, Geschäftsführer la marchante GmbH
Rühl verweist auf die WHO-Definition der „freien Zucker“, die explizit auch Zucker aus Säften und Konzentraten umfasst, sowie auf die etablierte Studienlage zum Fruktose-Stoffwechsel: Anders als Glukose werde Fruktose fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt und dort über die De-novo-Lipogenese direkt in Fett umgewandelt. Die Folgen seien wissenschaftlich gut dokumentiert und umfassten nichtalkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD), Insulinresistenz, erhöhte Triglyzeride und Bluthochdruck, auch bei Kindern.
Im Kindergetränkeregal werde dieser Effekt durch Aufmachungen wie „ohne Zuckerzusatz, nur Fruchtsüße“ systematisch verschleiert. Eltern würden gezielt in der Annahme bestärkt, ihren Kindern eine gesunde Alternative zu kaufen, während die metabolische Belastung der eines vergleichbaren Cola-Glases entspreche oder diese übersteige.
Die zweite Lücke betrifft synthetische Süßstoffe. Die Weltgesundheitsorganisation hat 2023 in ihrer überarbeiteten Leitlinie ausdrücklich von der Verwendung von Non-Sugar Sweeteners zur Gewichtskontrolle oder Krankheitsprävention abgeraten. Im selben Jahr stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Aspartam als möglicherweise krebserregend (Gruppe 2B) ein. Hinzu komme nach Ansicht der La Marchante GmbH ein für Kinder besonders kritischer Aspekt: die langfristige Geschmacksprägung.
„Süßstoffe sind bis zu 600 Mal süßer als Haushaltszucker. Wenn Kinder von klein auf an diese Süßintensität gewöhnt werden, kalibriert sich ihr Geschmackssinn dauerhaft nach oben. Wasser, ungesüßter Tee, eine reife Birne werden geschmacklich als leer empfunden. Eine Steuer, die Industrie-Reformulierung von Zucker auf Süßstoff erlaubt, schafft die nächste Generation chronisch Kranker.“
Marco Rühl, Geschäftsführer la marchante GmbH
Die sieben Nachbesserungsforderungen im Überblick
- Einbeziehung von Fruchtsäften und Fruchtnektaren ab 5 g Zucker pro 100 ml, Maßstab WHO-Definition „freie Zucker“.
- Einbeziehung süßstoffhaltiger Getränke mit eigener Steuerstufe von 15 Cent pro Liter.
- Verschärfte Schwelle ab 2,5 g Zucker pro 100 ml bei Getränken, die gezielt an Kinder unter zwölf Jahren vermarktet werden.
- Werbe- und Aufmachungsverbot für süßstoffhaltige Kindergetränke, analog zur UK-HFSS-Regulierung.
- Dynamische Anpassung der Schwellenwerte alle drei Jahre nach unten.
- Klare Zweckbindung der Einnahmen für Kinder- und Jugendgesundheit, keine Verrechnung mit allgemeinen Haushaltslücken.
- Transparenz- und Berichtspflicht durch RKI und Max Rubner-Institut mit jährlichem Reformulierungs- und Wirksamkeitsbericht.
Als internationale Referenz nennt das Positionspapier die UK Soft Drinks Industry Levy (SDIL), die seit 2018 in Kraft ist. Sie habe innerhalb weniger Jahre eine Zuckerreduktion von rund 46 Prozent in den betroffenen Produktkategorien bewirkt und sei in mehreren peer-reviewed Studien mit messbaren Verbesserungen in der Kindergesundheit verknüpft worden, unter anderem mit einer Reduktion zahnmedizinischer Eingriffe bei Kindern unter zehn Jahren. Die deutsche Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie habe im selben Zeitraum eine Zuckerreduktion von rund 0,7 Prozent erreicht.
Das vollständige Positionspapier mit der wissenschaftlichen Herleitung und allen sieben Forderungen steht ab heute zum Download bereit.
Über la marchante GmbH
Die la marchante GmbH ist ein mittelständisches, B-Corp-zertifiziertes Unternehmen mit Sitz in Frankfurt. Unter der Marke TeeFee produziert das Unternehmen seit 2014 zucker- und kalorienfreie Bio-Kindergetränke. Mit der Marke ZISCH bedient es seit kurzem auch das Erwachsenensegment mit Bio-Erfrischungsgetränken ohne Zucker, Kalorien und Süßstoffe. TeeFee hält rund 10 Prozent Marktanteil im Drogerie-Kindergetränkesegment.
Pressekontakt
Marco Rühl
Geschäftsführer la marchante GmbH
ruehl@lamarchante.de | 0171-8105446
www.tee-fee.de
Hinweis für Redaktionen:
Marco Rühl steht für Interviews, Hintergrundgespräche und O-Töne (Hörfunk/TV) kurzfristig zur Verfügung. Das vollständige Positionspapier mit Quellenverzeichnis sowie hochauflösendes Bildmaterial werden auf Anfrage bereitgestellt.






