Für die gesamte Familie

Zuckersteuer kommt 2028: Was das jetzt schon für deine Familie bedeutet

TeeFee

Cola, Limo, Eistee, für viele Kinder gehören zuckrige Softdrinks ganz selbstverständlich zum Alltag. Genau das will die Politik jetzt ändern: Die Bundesregierung hat eine Zuckersteuer auf den Weg gebracht, die ab 2028 gelten soll. Für Eltern heißt das: Es lohnt sich, jetzt schon genauer hinzuschauen.

Ab 2028 müssen Hersteller zuckergesüßter Getränke wie Cola und Limonade in Deutschland eine gesetzliche Abgabe zahlen. Für Familien bedeutet das: Softdrinks mit viel Zucker werden voraussichtlich teurer, zuckerfreie Alternativen wie Wasser oder ungesüßter Tee bleiben vergleichsweise günstig. Bis dahin bleibt genug Zeit, um gemeinsam neue Trinkgewohnheiten aufzubauen ganz ohne Druck.

Was ist die Zuckersteuer eigentlich genau?

Ursprünglich war eine sogenannte Herstellerabgabe im Gespräch, inzwischen hat sich die Regierung für den Weg über eine echte Zuckersteuer entschieden. Der Gesetzentwurf wird nicht mehr im Gesundheitsministerium, sondern federführend im Bundesfinanzministerium unter Lars Klingbeil erarbeitet.

Das Prinzip ist einfach: Je mehr Zucker ein Getränk enthält, desto höher fällt die Abgabe für den Hersteller aus. In der Praxis dürfte das die Preise für stark gezuckerte Limonaden, Colas und Energydrinks steigen lassen.

Warum betrifft das besonders Kinder und Jugendliche?

Softdrinks sind für viele junge Menschen eine der größten Zuckerquellen im Alltag. Oft, ohne dass Eltern oder die Kinder selbst das bewusst wahrnehmen. Umfragen zeigen: Etwa jede:r vierte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren trinkt täglich zuckrige Limo oder andere Softdrinks.

Das hat Folgen, die weit über den Zuckergehalt hinausgehen:

  • Zahngesundheit: Zuckerhaltige Getränke gehören zu den Hauptursachen für Karies bei Kindern.
  • Gewicht und Stoffwechsel: Regelmäßiger Konsum begünstigt Übergewicht und ein erhöhtes Diabetes-Risiko.
  • Trinkgewohnheiten fürs Leben: Was in der Kindheit zur Gewohnheit wird, setzt sich oft bis ins Erwachsenenalter fort.

Wer unterstützt die Zuckersteuer – und wer nicht?

Die Debatte ist emotional, und das aus gutem Grund: Es geht um die Gesundheit einer ganzen Generation. Die Initiative „Ärzt:innen für die Zuckersteuer" wird inzwischen von fast 4.000 Mediziner:innen sowie mehr als 1.000 Ernährungs- und Diabetesberater:innen und Apotheker:innen unterstützt.

Auf der anderen Seite steht die Getränkeindustrie: Über 300 Unternehmen haben sich gegen zusätzliche Belastungen ausgesprochen und appellieren an die Politik, auf die Abgabe zu verzichten. Diese Auseinandersetzung zwischen Gesundheitsschutz und wirtschaftlichen Interessen wird die öffentliche Diskussion in den kommenden Monaten weiter prägen.

Was zeigt das Beispiel Großbritannien?

Ein Blick über den Kanal macht Mut: Großbritannien hat bereits 2018 eine Zuckersteuer auf Softdrinks eingeführt. Zwischen 2015 und 2024 sank der Zuckergehalt in betroffenen Getränken um fast die Hälfte, weil viele Hersteller ihre Rezepturen anpassten, statt die Abgabe zu zahlen. Die gesundheitlichen Effekte sind messbar: Studien zeigen unter anderem weniger Fälle von Übergewicht bei 10- bis 11-jährigen Mädchen und einen Rückgang von Zahnextraktionen bei Kindern. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert im Rahmen ihrer „3 by 35"-Initiative von Anfang 2026 strengere Steuern auf zuckerhaltige Getränke weltweit – als wirksamen Hebel gegen ernährungsbedingte Erkrankungen bei jungen Menschen.

10 Quick Wins für den Familienalltag – schon vor 2028

Ihr müsst nicht auf das Gesetz warten, um etwas zu verändern. Diese Schritte lassen sich sofort in den Kita-Alltag oder Familienalltag einbauen:

  1. Ersetzt an einem Tag pro Woche den Softdrink bewusst durch Wasser mit Frucht- oder Kräutergeschmack.
  2. Lest gemeinsam mit euren Kindern Zutatenlisten – Zuckergehalt wird so greifbar.
  3. Stellt zuckerfreie Alternativen sichtbar in den Kühlschrank, nicht nur die Limo.
  4. Bietet ungesüßten Tee als warme oder kalte Variante an – ideal auch für kleine Kinder.
  5. Sprecht offen über „Zuckerfallen" in Werbung, ohne Verbote auszusprechen.
  6. Nehmt selbstgemachte Getränke mit zu Ausflügen statt gekaufter Softdrinks.
  7. Lasst Kinder bei der Auswahl neuer, zuckerfreier Geschmacksrichtungen mitentscheiden.
  8. Setzt auf Routinen: feste Trinkzeiten helfen, Softdrinks nicht als Durstlöscher zu nutzen.
  9. Sprecht mit Erzieher:innen oder Lehrer:innen über Getränkeangebote in Kita und Schule.
  10. Seid euch bewusst, dass ihr als Eltern das größte Vorbild fürs Trinkverhalten eurer Kinder seid.

Keiner dieser Schritte erfordert Perfektion – schon kleine Veränderungen im Alltag machen auf Dauer einen Unterschied.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wann tritt die Zuckersteuer in Deutschland voraussichtlich in Kraft? Nach aktuellem Stand der Gesetzgebung soll die Zuckersteuer ab 2028 gelten. Der genaue Zeitplan hängt vom weiteren parlamentarischen Verfahren ab.

Betrifft die Zuckersteuer auch Fruchtsäfte oder Milchmixgetränke? Im Fokus stehen zunächst klassische zuckergesüßte Getränke wie Limonade und Cola. Ob und wie Fruchtsäfte oder Milchmixgetränke einbezogen werden, ist Teil der laufenden Gesetzgebung und noch nicht final entschieden.

Wie kann ich meinem Kind jetzt schon helfen, weniger zuckerhaltige Getränke zu trinken? Am wirksamsten sind kleine, alltagstaugliche Schritte: zuckerfreie Alternativen sichtbar machen, gemeinsam Etiketten lesen und als Elternteil selbst mit gutem Beispiel vorangehen – ganz ohne Verbote oder Druck.

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